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Covid 19 - Neue Zahlen aus Israel

 

 

Covid-19-Impfung. Stell Dir vor, jeder lässt sich impfen und die Impfung wirkt nicht: Impfdurchbruch


Angelika Gutsche |

Impfdurchbrüche werden seit Beginn der Massenimpfungen in Deutschland erfasst. „Dem aktuellen Bericht des RKI zufolge gab es bereits 10.827 Impfdurchbrüche. Wie das RKI schreibt, mussten bei der Gruppe der Unter-60-Jährigen zwei Prozent der Personen nach einem Impfdurchbruch im Krankenhaus behandelt werden, bei der Gruppe der Über-60-Jährigen sind es vier Prozent. Als Impfdurchbruch zählt, wenn mindestens zwei Wochen nach vollständiger Impfung mittels PCR-Test oder Erregerisolation eine mögliche Infektion festgestellt wurde.“ So RT am 13. August.[1]

Bei zwei bis vier Prozent der Geimpften in Deutschland kam es also bisher zu Impfdurchbrüchen. Diese Zahl könnte sich allerdings in Kürze laut neuester Zahlen aus Israel dramatisch erhöhen.

Noch vor kurzer Zeit war Israel der Vorzeigestaat bezüglich Gen-Impfungen und fallender Covid-19-Zahlen. Doch wie schon häufiger dreht die tatsächliche Covid-19-Entwicklung der Politik und den Träumen von BigPharma eine lange Nase. Nach einer fast auf null reduzierten Inzidenzrate noch im Juni, klettert die Kurve der Inzidenzrate in Israel wieder steil nach oben auf fast 400 und dies, obwohl über 67 Prozent der Bevölkerung eine Erstimpfungen und über 62 Prozent vollständig geimpft sind.[2] Von den über 60-Jährigen sind etwa 85 Prozent geimpft.

Das deutsche Ärzteblatt schreibt am 10. August, dass in Israel wieder mehr als 6.000 Corona-Infektionen an einem Tag nachgewiesen wurden. „Gleichzeitig nähert sich die Zahl der schwerkranken Patienten der Marke von 400. Heute wurden in den israelischen Krankenhäusern 394 schwerkranke COVID-19-Patienten behandelt. Der Zustand von 87 von ihnen wurde als kritisch eingestuft.“ Und weiter schreibt das Blatt, dass „die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfung seit Anfang Juni stark nachgelassen hat. Nach Angaben des Ministeriums verhindert die Impfung eine Corona-Infektion nur noch zu 39 Prozent und schwere Erkrankungen zu 91 Prozent.“[3]

Dafür verantwortlich ist in hohem Maße ein sogenannter Impfdurchbruch. Damit bezeichnet man laut Wikipedia „eine symptomatische Infektion bei einem Geimpften, die mittels PCR oder Erregerisolierung diagnostiziert wurde. Für Impfdurchbrüche gibt es verschiedene Ursachen. Eine Möglichkeit ist eine Mutation des Pathogens, gegen das geimpft worden ist. Wenn dadurch der Erreger nicht mehr vom Immunsystem erkannt wird, kommt es trotz einer vorangegangenen Impfung oder einer überstandenen Infektion zu einer Erkrankung. Die Begriffe >Impfdurchbruch< und >Impfversagen< werden im „Fachwörterbuch Infektionsschutz“ des Robert Koch-Instituts synonym verwendet.“[4]

Es geht die Delta-Mutation um und der Gen-Impfstoff versagt.

Am 12. August schlüsselt BankingNews[5], dessen Leser gerne die neuesten Entwicklungen am Aktienmarkt voraussehen, die Zahlen aus Israel genauer auf: Danach ist nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums die Zahl der schweren Covid 19-Fälle auf 400 gestiegen, bei etwa 8,6 Mio. Einwohnern. Ging man bisher davon aus, dass eine Impfung zumindest vor einer schweren Erkrankung schützt, so wird diese Vermutung durch die israelischen Zahlen erschüttert. Von den am 12. August insgesamt 694 in Krankenhäusern behandelten Patienten sind 66 Prozent geimpft! Während vor einigen Wochen nur noch 50 Patienten in Krankenhäusern behandelt wurden, ist diese Zahl am 11. August 2021 auf 694 Patienten hochgeschnellt, wobei von diesen 694 Patienten 300 als schwer erkrankt gelten. Und was noch mehr schockieren dürfte: Von den 694 Patienten hatten 400 schwere Symptome und von dieser Gruppe waren 64 % vollständig mit Pfizer geimpft, was 256 Personen entspricht. Nicht geimpft waren 128 Personen bzw. 32 Prozent, 2 Prozent hatten eine Impfung erhalten und 2 Prozent waren von Covid-19 genesen.

Auch die Testungen weisen eindeutig auf ein Versagen der Biontech/Pfizer-„Impfung“. Etwa 5 Prozent der getesteten Personen hatten ein positives Testergebnis und von diesen waren sage und schreibe 55 Prozent geimpft und nur 45 Prozent nicht geimpft. Seit Anfang August sind 102 Coronavirus-Patienten gestorben - fast doppelt so viele wie im Juli und mehr als zehnmal so viele wie im Juni. Von den 102 Patienten, die im August an Covid-19 starben, waren fast 70 Prozent geimpft.

Auch in Israel folgt man angesichts der Lage der wohl irrigen Meinung, mehr hilft mehr, und beginnt, die Menschen über 60 Jahren einer dritten Impfung zu unterziehen. Es treten dabei die üblichen Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Fieber und Übelkeit auf, schlimme Nebenwirkungen seien nur sehr selten beobachtet worden.

Strittig ist, ob auch jüngere ein drittes Mal geimpft werden sollen. Der Ausschuss des israelischen Gesundheitsministeriums vertritt die Meinung, dass die Impfung mehr nützt als schadet. Ein breiter Konsens besteht darüber allerdings nicht, denn die Nebenwirkungen einer dritten Impfdosis in jüngeren Jahren könnten schwerwiegend sein. Über Langzeitfolgen können verständlicherweise keine Angaben gemacht werden und das Risiko hierfür trägt selbstverständlich der ja freiwillig Geimpfte. Das große Gen-Experiment am Menschen geht weiter.

Die israelische Regierung rechnet damit, dass sich die Zahl der Patienten, die mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert werden, alle 10 Tage verdoppelt und auf 4.800 Personen anwachsen wird, davon 2.400 Schwerstkrankte. BankingNews fragt: „Im Januar 2021 gab es also 1.200 Schwersterkrankte und im September, wenn Israel vollständig geimpft ist, werden es 2.400 sein... gibt es dafür eine logische Erklärung?“

Vielleicht hat Alexandr Dugin, russischer Politologe und Direktor der rechten NGO Internationale eurasische Bewegung, doch recht. RT schreibt: „Dugin hält SARS-CoV-2 für eine Biowaffe, die unbeabsichtigt zum Einsatz gekommen ist. Impfungen und den Versuch, eine Herdenimmunität zu erlangen, hält er für falsch.“[6] Echte Gegenmittel gebe es laut Dugin entweder nicht oder sie würden zurückgehalten. Die eingesetzten Impfstoffe dienten allein politischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen. „Um die Unwirksamkeit der Impfstoffe zu vertuschen, habe man sich die verschiedenen Virus-Stämme ausgedacht. Solange die jetzigen >falschen< Impfungen aber verabreicht würden, werde auch niemand nach echten forschen. Solange werde man das Spiel der sogenannten Auffrischungen gegen die verschiedenen Stämme spielen und QR-Codes als Preise vergeben oder Autos verlosen.“

Dugins Gegenvorschläge sind eine politische Horrorvorstellung. Er schlägt unter anderem vor, den Ausnahmezustand einzuführen, die Grenzen zu schließen und eine Militärdiktatur einzuführen. Nein, das kann es sicher nicht sein. Hier steht ganz klar die Angst vor Freiheitsverlust gegen die Angst vor Krankheit.

Die Lösung kann nur darin bestehen, das Genexperiment schnellstens zu beenden, tatsächlich wirksame therapeutische und medizinische Lösungen zu finden, der Entwicklung konventioneller Impfungen für vulnerable Gruppen endlich eine Chance und finanziell angemessene Unterstützung zu geben, wirksame Schutzmittel und Therapiemaßnahmen zu entwickeln und zu promoten, wie zum Beispiel die auch von der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) für die breite Bevölkerung empfohlenen Nasensprays auf Carragelose-Basis (Rotalgen), die Viren, auch Covid-Viren, unschädlich machen können, oder der vielversprechende Artemisinin-Wirkstoffe aus Beifuß[7]. Alles äußerst kostengünstig herzustellen und in Entwicklungsländern, wenn auch vom Westen überheblich belächelt, schon längst im Einsatz.

Es kann und darf nicht sein, dass auf nicht erprobte Gentechnik gesetzt wird, die mehr schadet als nützt, um einigen Biotech-Konzernen Milliarden zuzuscheffeln[8]. Ebenfalls kein Mittel der Wahl sind unausgegorene Lockdowns, die ausschließlich schaden, Kleinbetriebe und Gewerbetreibende in den Ruin treiben und verzweifelte Menschen in Depression und Suizid. Es muss ein Ende damit gemacht werden, dass der medizinisch-technische Komplex Milliarden am Leid der Menschen verdient, ohne wirkliche Hilfe zu bieten. Es muss endlich nach den besten Lösungen gesucht werden, nicht nach den gewinnträchtigsten. Die Welt muss aus dem krankmachenden Panikmodus geholt werden.

Als das Land mit den weltweit größten Impfraten zeigt Israel, dass Gentechnik alles andere als ein Allheilmittel gegen Covid-19 ist, auch wenn damit das größte Geld gemacht werden kann. Allerdings steht zu befürchten, dass die deutsche Politik auf ihrem einmal eingeschlagenen Weg bleibt: Es sollen schnell noch alle zu Gen-„Impfungen“ genötigt werden, bevor sich deren Unwirksamkeit herumspricht.

Die vierte Welle wird kommen und sie ist politikgemacht.

[1] https://de.rt.com/inland/122369-nach-mehr-als-10000-impfdurchbruechen-rki-fordert-pcr-tests-fuer-geimpfte/

[2] https://www.corona-in-zahlen.de/weltweit/israel/

[3] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/126272/Israel-registriert-mehr-als-6-000-neue-Infektionen-mit-SARS-CoV-2

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Impfdurchbruch

[5] https://www.bankingnews.gr/koinonia/articles/580651/ean-oi-provlepseis-sok-tou-israil-epivevaiothoyn-tote-oi-varia-nosoyntes-stin-ellada-tha-eksaplasiastoyn-metra-kai-gia-3xrona-paidia

[6] https://de.rt.com/russland/120964-politologe-dugin-sars-cov-2/

[7] https://www.innovation-strukturwandel.de/de/beifuss-enthaelt-extrem-wirkstoff-artemisinin-2911.html

[8] https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/biontech-steigert-bruttoinlandsprodukt-in-deutschland-um-0-5-prozent-a-c649697c-fde5-4af9-a425-3cbfef39d534?xing_share=news


14.08.2021

 

Erdutschsieg für "Revolutionäre" in Armenien

 

Mit einem Traumergebnis von über 70% der Stimmen gewinnt das Wahlbündnis von Premier Nikol Paschinjan die Parlamentswahlen. Wie lange der Hype um seine Person anhalten wird, ist ungewiß.

17.12.2018. Die einstmals mächtige nationalkonservative und stark rußlandfreundliche Republikanische Partei (HHK), welche das Land seit 1999 regierte und noch vor zwei Wochen 58 von 105 Parlamentarien stellte, ist aus dem Parlament geflogen. Mit nur 4,7% scheiterte sie krachend an der 5%-Hürde.


Das neugebildete Bündnis „Mein Schritt“, der eher westlich, aber nicht weniger national orientierten Opposition, erhielt 70,4% der Stimmen und damit die Zweidrittelmehrheit.
Es ist durch die neu aufgestellten Wahlbündnisse schwer feststellbar, welche Parteien nun in den nächsten Jahren keine Rolle mehr im Parlament spielen und welche ein paar Abgeordnete über die Bündnisliste stellen, denn Paschinjans „Mein Schritt“ hat zahlreiche kleine Parteien eingesammelt.


So zum Beispiel trat der liberal-nationale Armenische Nationalkongreß (HAK) des Unabhängigkeitspräsidenten Lewon Ter-Petrosjan (1991-98) zur diesjährigen Wahl als eigenständige Kraft nicht an, es ist aber anzunehmen, daß sich dessen Anhänger im „Mein-Schritt-Bündnis“ organisiert haben, zumal Paschinjan ursprünglich aus dem Lager Ter-Petrosjans kommt. Allerdings warb Ter-Petrosjan in den letzten 20 Jahren für einen Ausgleich mit dem Erzfeind Aserbaidschan, da er die zunehmende Stärkung des erdölreichen Gegners vorausgesehen hatte und verscherzte sich so viele Sympathien im nationalen Lager. Paschinjan dürfte hier einen härteren Kurs verfolgen.


Definitiv mit 3,9% der Stimmen nicht mehr im Parlament vertreten ist auch die sozialdemokratisch-nationalistische Traditionspartei Armenische Revolutionäre Föderation (Daschnak), die bereits seit den 1920er Jahren existiert, zahlreiche Anhänger in der Diaspora hat und für ein Großarmenien eintritt, welches auch die in Aserbaidschan, der Türkei und Georgien liegenden Siedlungsgebiete umfaßt.


Auch die Wir-Allianz und die von Veteranen des Karabach-Krieges unterstützte Partei Sasna Tserer scheiterten mit 2% bzw. 1,8% der Stimmen. Außer Paschinjans Bündnis konnten lediglich zwei weitere Parteien ins Parlament einziehen: die westlich-liberale Gruppierung Leuchtendes Armenien welche 6,4% der Stimmen erhielt und zu den Verbündeten Paschinjans gehört und die eher liberalkonservativ einzustufende Partei Blühendes Armenien (BHK) des opportunistischen Oligarchen und Geschäftsmannes Gagik Zarukjan mit 8,3%. Zarukjan war ein Verbündeter der Republikanischen Partei, doch erkannte er schnell, daß die BHK an deren Seite keine großen Chancen mehr hatte und er wechselte noch während der Samtenen Revolution in der ersten Jahreshälfte 2018 halbherzig ins Lager Paschinjans bzw. die eher rußlandfreundliche BHK schwankte zwischen den beiden großen Lagern.
Es ist also keine wirkliche Opposition im Parlament vertreten – eine Situation, die es noch nie gab, seit Armenien unabhängig ist. Möglicherweise könnte Zarukjans BHK versuchen, die Stimme der Opposition im Parlament zu spielen, doch man sollte nicht allzu viel Erwartungen in den windigen Geschäftemacher und ehemaligen Weltmeister im Armwrestling und seine Truppe investieren.


Das plötzliche Verschwinden der einst so mächtigen Republikanischen Partei aus dem Parlament läßt sich damit erklären, daß sie wie die meisten Parlamentsparteien eine rußlandfreundliche Außenpolitik, eine liberale Wirtschaftspolitik und eine konservative Gesellschafts- und Innenpolitik betrieben hat, sich also ideologisch kaum von der BHK und anderen Parlamentsparteien unterschied, aber als „Partei der Macht“ Pfründe und Posten vergeben konnte und sich so ihre Anhängerschaft sicherte. Mit dem Machtverlust hatten die Republikaner nichts mehr, was sie ihren Unterstützern bieten konnten. Ja, es wurde sogar zu einer Hypothek sich öffentlich zu den Republikanern zu bekennen. So blieben nur die wirklich ideologisch Überzeugten und die Funktionäre als Wähler bei dieser Wahl übrig – und deren Unterstützung reichte eben nicht aus.


Sollte Paschinjans Regierung allerdings innerhalb eines Jahres keine greifbaren Erfolge bei der Verbesserung des Lebensstandards hervorbringen, könnte es „Mein Schritt“ bei der nächsten Wahl ähnlich wie den Republikanern gehen.

Kay Hanisch
Dezember 2018

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Farbenrevolution in Armenien?

 

In Armenien bereitet die prowestliche Opposition einen Machtwechsel vor. Wird der kleine Kaukasusstaat jetzt auch in das Lager der US-Satellitenstaaten gezogen?


26.4.2018. Vor einigen Tagen trat Sersch Sargsjan, der rußlandfreundliche Premierminister von Armenien wegen Massenprotesten zurück. Bis zu 50.000 Armenier waren angeblich täglich auf die Straße gegangen und hatten ihren Unmut gegen die Machtrochade Sargsjans zum Ausdruck gebracht. Dieser hatte von 2008-18 die Präsidentschaft des kleinen Landes mit seinen knapp 3 Mio. Einwohner inne, konnte aber nach zwei Amtszeiten verfassungsbedingt nicht wieder antreten. Also ließ er die Verfassung des Landes ändern: künftig sollte der Präsident nur noch repräsentative Aufgaben haben, während die eigentlichen Machtbefugnisse beim Regierungschef liegen – also so ähnlich wie in Deutschland.
Mit dem Oligarchen Armen Sarkisjan, der nicht mit ihm verwandt ist, ließ er quasi einen Strohmann ins höchste Staatsamt wählen und wollte es sich im Regierungssessel bequem machen.

1991 erlangte Armenien unter dem gemäßigt prowestlichen Präsidenten Levon Ter-Petrosjan die Unabhängigkeit. Der promovierte Historiker unterstützte die armenische Minderheit im benachbarten muslimischen Aserbaidschan. Die Spannungen wuchsen und als die armenischen Aserbaidschaner von der Staatsmacht vertrieben wurden und sich in dagegen Milizen formierten, marschierten armenische Truppen zu deren Unterstützung ins militärisch wesentlich stärkere und größere Nachbarland ein. Sie besetzten das armenische Siedlungsgebiet Berg-Karabach und noch etliche andere Gemeinden, um einen Korridor nach Armenien herzustellen.


Die armenischen Separatisten in Aserbaidschan riefen die „Republik Berg-Karabach“ aus, die von keinem Land der Welt, nicht einmal von Armenien selbst anerkannt wurde.
Obwohl Armenien den Krieg gegen das Nachbarland gewonnen hatte, setzte das folgende Wirtschaftsembargo, welches Aserbaidschan und sein Verbündeter Türkei über den kleinen Binnenstaat verhängten, dem Land wirtschaftlich zu. Ter-Petrosjan, der sowohl gute Beziehungen nach Moskau, als auch zur EU und nach Washington pflegte, wurde 1996 wiedergewählt, doch eine Welle der Unzufriedenheit wegen der Folgen des Wirtschaftsembargos und der Verhandlungsbereitschaft des Präsidenten gegenüber Aserbaidschan erfasste das Land. Ter-Petrosjan konnte sich noch bis 1998 im Amt halten, ließ zuletzt Panzer in der Hauptstadt auffahren, trat dann aber zurück und zog sich in seinen Beruf als Wissenschaftler zurück.


Dabei wurde er von einer Clique ausgebootet, der er selbst zur Macht verholfen hatte: den Karabach-Armeniern. Seinen Nachfolger Robert Kotscharian, der aus der Separatistenrepublik stammte, hatte er als Zugeständnis an den nationalistischen Teil der Wählerklientel zum Premierminister ernannt.
Kotscharian regierte zehn Jahre und schaffte es, die Wirtschaft zu stabilisieren, band das Land aber enger an Rußland und verfolgte eine kompromißlose Linie im ungelösten Konflikt mit Aserbaidschan, was die internationale Isolierung des Landes vorantrieb.


Der Westen hätte Armenien im geostrategischen Tauziehen um Einflußbereiche gern aus der russischen Vormundschaft gelöst, doch alle politischen Gruppierungen und Personen, die er unterstützte, blieben chancenlos gegen den rußlandfreundlichen Republikanischen Block um Kotscharian. Als dieser 2008 nicht mehr antreten durfte, eröffnete sich eine neue Chance für das geostrategische Stühlerücken des Westens: Levon Ter-Petrosjan hatte mit dem Armenischen Nationalkongreß (HAK) eine neue Partei gegründet und meldete seine Präsidentschaftskandidatur an. Die Westmächte versuchten den eigensinnigen Ex-Präsidenten mit ihrer „Regimewechselmaschine“ aus hörigen NGO´s zu unterstützen, hatten sich aber verrechnet, denn Ter-Petrosjan hatte vor allem armenische und nicht westliche Interessen im Blick. Er wollte zwar dem Land größeren Spielraum geben, in dem er die Verbindungen zu EU und NATO ausbaute, intensivierte aber im Wahlkampf gleichzeitig seine Beziehungen zu Rußland, um Moskau zu versichern, daß er keinen generellen Lagerwechsel anstrebte.
Er landete aber nur auf Platz Zwei hinter Kotscharians Wunschnachfolger und Premier Sersch Sargsjan.


Die Anhänger von Levon Ter-Petrosjan, die sich unter der Farbe orange versammelt hatten und damit auf den Umsturz in der Ukraine von 2004 anspielten, organisierten noch ein paar Wochen lang Proteste, dann zog sich ihr Kandidat wieder aus der Politik zurück. Selbst sein gewonnenes Abgeordnetenmandat für die HAK nahm Ter-Petrosjan nicht an und überließ es einem Parteifreund.

Unter Sersch Sargsjan, der kompromißbereiter als sein „Ziehvater“ Kotscharian war und auch auf die Opposition zuging, verstärkte sich der Einfluß einer mit Rußland verbundenen wirtschaftlichen Clique. Ohne Beziehungen zu diesen Kreisen war er sehr schwer geworden, einen vernünftigen Job zu ergattern. (Dies ist im übrigen in Deutschland nicht anders – versuchen Sie mal im Medienbereich Karriere zu machen, ohne klar transatlantisch eingestellt zu sein, Anm.)
Fünf Jahre später das gleiche Spiel. Der Westen unterstützte bei der Präsidentschaftswahl einen ihm genehmen Kandidaten, den Vorsitzenden der Zentrumspartei Erbe, der lange in den USA gelebt hatte, gegen Sargsjan.


Der gewann die Wahl, es gab Proteste der Opposition, die Lage beruhigte sich wieder.
Weitere fünf Jahre später und nach der Verfassungsänderung, die Armenien von einer Präsidial- zu einer parlamentarischen Demokratie machte, gab es nun den ersehnten Machtwechsel, als Sargsjan sein Versprechen brach, nicht den mit neuer ausgestatteten Sessel des Premierministers zu erklimmen.

Der in den westlichen Medien nun ganz selbstverständlich als „Oppositionsführer“ präsentierte Nikol Paschinjan ist zwar ein langjähriger Aktivist der pro-westlichen Opposition, aber einer breiten Öffentlichkeit außerhalb Armeniens als „Führer der Opposition“ völlig unbekannt.
Paschinjan wurde 1999 Chefredakteur der Tageszeitung „Die Zeit Armeniens“ und schrieb häufig über Korruption und Skandale. 2008 trat er im Präsidentschaftswahlkampf für Levon Ter-Petrosjan als „Anheizer“ der Massen auf.
Nach dem umstrittenen Wahlergebnis führt er die Menschen auf der Straße gegen die neue Regierung, wird später wegen „Mordvorwürfen und Massenunruhen“ verhaftet und muß zwei Jahre im Gefängnis absitzen. Nach seiner Freilassung gründete er die Bewegung Zivilvertrag, die hauptsächlich gegen Präsident Sargsjan Front macht und sich 2012 dem Oppositionsbündnis Yelk („Ausweg“) anschloß.


Der Erfolg und der Einzug des stark pro-europäischen Wahlbündnisses ins Paralament war gleichzeitig mitverantwortlich, daß es der heterogene sozialdemokratisch-liberale HAK von Ter-Petrosjan nicht mehr ins Parlament schaffte. Die neue Opposition ist also wesentlich klarer pro-westlich ausgerichtet.

Premier Sargsjan versuchte die Lage zunächst zu beruhigen, in dem er sich mit Paschinjan zu einem öffentlichen Gespräch traf. Als dieser aber nur sagte, er sei hier, um über Sargsjans Rücktritt zu verhandeln, beendete dieser ob der Brüskierung und Erpressung nach zwei Minuten das Gespräch.

Der Premier glaubte zunächst die Proteste wie schon 2008 und 2012 erfolgreich aussitzen zu können. Er ließ mehrere hundert Menschen festnehmen, darunter auch Paschinjan und drohte mit dem Einsatz der Sicherheitskräfte.
Als aber die Proteste nicht abebbten und über 200 Soldaten in Uniform, aber unbewaffnet, an den Demonstrationen teilnahmen, war dies ein Signal, daß das Militär nicht mehr geschlossen hinter der Regierung stand. Sargsjan leitete seinen Rücktritt ein, Karen Karapetjan wurde zum Übergangspremier ernannt. Dieser ist ein Anhänger Sargsjans, wurde aber mit der etwas nebulösen Aussage zitiert, daß die Menschen die Opposition auch wählen sollen, wenn sie wollten, daß diese regiert. Ein klare Anspielung auf das Wahlergebnis von Yelk, welches nur neun von 105 Parlamentssitzen einfuhr.

Ob der ständig in Militärklamotten auftretenden Unruhestifter Paschinjan das Zeug zum Regierungschef hat oder Karpetjan noch bis zum regulären Wahltermin amtiert, wird sich zeigen. Die dritte Lösung, die ins Spiel gebracht wird, eine Regierung unter Führung der pan-armenischen Traditionspartei Daschnak, die sich in diesem Konflikt neutral verhielt, dürfte bestenfalls zur Komplizierung des Verhältnisses zu den Nachbarstaaten beitragen.
Diese sozialdemokratisch, aber auch extrem nationalistisch ausgerichtete Partei, die vor allem von Auslandsarmeniern finanzielle Unterstützung erhält, träumt von einem „Groß-Armenien“, welches die armenischen Minderheiten in Georgien, Aserbaidschan, dem Iran und der Türkei in einem Staat vereint.

Der Umsturz in Armenien kann nicht mit der „Rosenrevolution“ in Georgien verglichen werden, als Michail Saakaschwili mit seinen Anhängern das Parlament stürmte und der „Silberfuchs von Tiflis“, der alternde Präsident Eduard Schewardnadse, durch die Hintertür fliehen mußte. Der armenische Machtwechsel ist sanfter, weicher. Noch stellt die Republikanische Partei die stärkste Fraktion, einer der ihren ist Premier und auch der Staatspräsident ist noch im Amt. Doch die Dinge sind in Bewegung geraten und der Machtwechsel wird nicht aufzuhalten sein.

Einen raschen Wechsel Armeniens ins NATO-Lager haben wir aber wohl dennoch nicht zu befürchten. Der Konflikt mit Aserbaidschan sorgt dafür, daß die Schutzmacht der Azeris, der NATO-Staat Türkei, sein Veto gegen einen Beitritt Armeniens einlegen wird. Und die Lobbyarbeit Aserbaidschans und der Türkei in Brüssel ist derart stark, daß auch ein EU-Beitritt des kleinen Kaukasusstaates in weiter Ferne liegt.
Der Machtwechsel dürfte daher vorrangig innenpolitische Folgen haben. Desweiteren könnte er dazu führen, daß sich westliche „Nichtregierungsorganisationen“ verstärkt in Eriwan einnisten und Lobbyarbeit gegen Rußland betreiben.



Kay Hanisch
April 2018

                                                                          ***

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EUdioten hetzen gegen die Schweiz

 

 

Zur Zeit überschlagen sich regierungsnahe Massenmedien und Politiker des herrschenden Parteienkartells mit einer geistlosen Hetze gegen die Schweiz, weil die dortigen Bürgerinnen und Bürger in einem Volksentscheid sich für eine Begrenzung der Zuwanderung entschieden haben.

11.2.2014. Die „Schweiz macht die Grenzen dicht!“ titeln polemisch deutsche Tageszeitungen, so als handele es sich bei dem Volksentscheid, mit dem die Schweizer sich für eine Begrenzung der Zuwanderung aussprachen um einen Mauerbau á la Ostberlin.
In dümmlichen Kommentaren hetzen Journalisten ohne Sachkenntnis gegen die rechtskonservative Schweizer Volkspartei (SVP), welche die Initiative gegen die Zuwanderung angestoßen hatte. Diese Partei hätte mit „Demagogie“ und „Populismus“ eine „fremdenfeindliche Stimmung“ im Land geschürt, weswegen die Schweizer nun gegen die verstärkte Zuwanderung stimmten.
Solch sinnfreies Gesabbel lässt erkennen, wie wenig die Journallie hierzulande von der Schweiz weiß. Erstens hat die Schweiz einen Ausländeranteil von gut 24%, was kein Vergleich mit den mickrigen 8,2% Ausländern in Deutschland ist. Zweitens hat sich die Zuwanderungsrate in der kleinen Schweiz entgegen der früheren Prognosen von 8.000 Personen pro Jahr auf 80.000 verzehnfacht! Und drittens wird bei einer Volksabstimmung in der Schweiz eine Broschüre an alle Haushalte versandt, in denen das FÜR und WIDER des Abstimmungsgegenstandes NEUTRAL dargelegt wird, damit sich jeder Bürger selbst ein Bild machen kann. Der „Populismus“ der SVP kann also in der Schweiz nicht so leicht verfangen wie hierzulande jener von CDU oder SPD.

Außerdem stimmten nur 50,36% der Urnengänger für die Annahme einer Zuwanderungsbeschränkung, was zeigt, wie stark auch jene Kräfte sind, die sich dagegen entschieden haben.

Zuwanderung ist gleich Abwanderung

Warum blöken also so viele pro-europäische Politiker und ihre Hofberichterstatter FÜR die Zuwanderung? Sie halten es für „unmodern“, „nicht weltoffen“ und „ewig gestrig“ wenn man dagegen ist. Doch die schlimmste Phrase ist jene, das Deutschland oder die Schweiz „ihren Wohlstand verlieren“ würden, wenn es keine Zuwanderung gäbe. Das zeigt, dass sie sich mit dem Problem überhaupt wenig auseinandergesetzt haben.

Zunächst: Zuwanderung in ein Land bedeutet auch immer gleichzeitig Abwanderung aus einem anderen Land. Das heißt, jede Fachkraft, die zu uns einwandert, fehlt in ihrem Herkunftsland womöglich. Das mag noch angehen, wenn es sich um relativ hoch entwickelte Länder handelt. Problematisch wird es allerdings, wenn die Fachkräfte aus Entwicklungsländern abgeworben werden. Wenn ein Arzt aus Ghana nach Europa geht, um dort als Krankenpfleger zu arbeiten, weil er da viel mehr verdient zum Beispiel.
In der Entwicklungspolitik wird zu recht das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe als zukunftsträchtig angesehen. Das bedeutet, die armen Staaten nicht mit Almosen abzuspeisen, sondern ihnen die Fähigkeit zu geben, sich selbst am eigenen Schopfe aus dem Schlamassel zu ziehen. Dafür bedarf es natürlich gut ausgebildeter Fachkräfte in diesen Ländern! Eine Abwanderung dieser, die womöglich über Jahre hinweg kostenintensiv ausgebildet wurden, schwächt das Selbsthilfepotential dieser armen Länder!

Ein Interesse an Zuwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften haben daher vor allem große Konzerne und Betriebe in Europa, (und somit ihre Polit-Marionetten in Brüssel), da diese Fachkräfte für einen vergleichsweise geringeren Lohn arbeiten als europäische Arbeiter, die möglicherweise auch noch gewerkschaftlich organisiert sind.

Die Position für weitere Arbeitsmigration ist daher reaktionär und neokolonial!

Nun gibt es viele Organisation in Europa, die solch offenen Grenzen nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen, sondern aus humanistischen Motiven fordern. Leider machen sie sich ungewollt damit zu den „nützlichen Idioten“ der Herrschenden und verschaffen ihnen billige „Arbeitssklaven“, die der Willkür der Wirtschaftsbosse schutzlos ausgeliefert sind.

Kommen wir nun zu der Behauptung, wir bräuchten die Zuwanderung, um unseren Wohlstand zu erhalten. Den Fakt, dass unsere angeblich ach so „liberalen“ Politiker aus egoistischen Motiven die Entwurzelung von anderen Menschen fordern, um persönlichen Profit daraus zu schlagen, lassen wir mal außen vor.

Trotz demographischem Wandel und Geburtenrückgang ist die Einwohnerzahl Deutschlands in den letzten 20 Jahren durch Zuwanderung nahezu konstant geblieben, die Produktivität hat sich durch die moderne Technik aber um 35% erhöht. Das bedeutet, dass gar nicht immer mehr Arbeitskräfte gebraucht werden, um angeblich „unseren Wohlstand zu erhalten“, sondern im Gegenteil, dass es immer weniger Arbeiter geben wird, da die moderne Technik (z.B. Computer) und Rationalisierungsmaßnahmen dem Menschen die Arbeit wegnehmen.
Ein Sprichwort lautet nicht umsonst: „Der Industriearbeiter wird aus den Fabriken verschwinden, wie der Gaul vom Acker.“ Moderne Technik läutet einen Strukturwandel im Arbeitsbegriff ein. Wenn die Menschen überflüssig werden, weil bestimmte Berufe verschwinden, aber gleichzeitig nicht ausreichend neue Berufe zur Verfügung stehen, ist dies ein Zeichen dafür, das besagter Strukturwandel noch nicht beherrscht wird.
Doch wie soll man ihn beherrschen? Darauf kann ich vorerst auch noch keine Antwort geben.
Eine Idee, die in diese Richtung zielt, ist das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE), welches von verschieden politischen Kräften wie der Piratenpartei oder LINKE-Chefin Katja Kipping gefordert wird.
Mich persönlich hat dieses Konzept noch nicht so richtig überzeugt.

Ein anderer Vorschlag ist die gesetzliche Begrenzung der Arbeitszeiten bei vollem Lohnausgleich. Bereits 1984 beschäftigte sich die sozialliberale Partei Deutschlands, die Liberalen Demokraten (LD) mit dem Problem. Heute zur unbedeutenden Splittergruppe geworden, hatte sie damals viele kluge Köpfe in ihren Reihen und entwickelte in ihrem Konzept „Arbeit für alle!“ zumindest teilweise eine Antwort auf das Problem der Rationalisierung.
Zu derartigen gehaltvollen Überlegungen scheinen die meisten größeren Parteien heute gar nicht mehr fähig!

Um noch einmal auf das Thema Zuwanderung zurückzukommen! Gebraucht werden Zuwanderer vor allem aus einem Grund: damit die Industriebarone und Unternehmen die einheimischen Arbeitnehmer unter Druck setzen können, dass sie bei Lohnkürzungen, unbezahlten Überstunden usw. hübsch die Klappe halten – denn seht her – hier gibt es ja noch jede Menge Zuwanderer, die für viel weniger Geld die gleiche Arbeit verrichten. Hinzu kommt, dass ein Mensch in der Fremde sich erst orientieren muß. Er versteht nicht gleich die Sprache oder die Prozesse, die um ihn herum ablaufen.
„Je mehr einzelne, sich gegenseitig fremde, vom Winde verwehte Menschen an jedem Wirtschaftsstandort um Arbeit konkurrieren, desto weniger muss sich das Machtkartell mit organisierten Arbeitern eines Volkes auseinandersetzen, desto besser kann es kleine Grüppchen dirigieren, deren Widerstands- und Organisationsfähigkeit noch weiter zerbröselt ist, als sie es ohnehin schon war. „Teile und Herrsche“ lautet das bekannte Prinzip“, schrieb der bekannte Ökonom Rico Albrecht auf seiner Internetseite „Wissensmanufaktur“.

Nichtgelenkte Zuwanderung ohne entsprechend ausreichende Schutzgesetze für einheimische Arbeitnehmer und ohne entsprechende Aufklärung der Zuwanderer über ihre Rechte führt also zu einer Schwächung der gewerkschaftlichen Organisation und damit zur weiteren Ausbeutung der Arbeitnehmer.


Kay Hanisch
Februar 2013

 


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